MARIANNE THURM


"Es gibt auf den Arbeiten von Marianne Thurm keinen Menschen, der noch Schmerz zeigen könnte. Er ist schlichtweg nicht mehr da. Aber der Schmerz ist da, transponiert in die Ästhetik maroder Stadtwüsten. Das Unmaskierte, Ungeschminkte, das Fehlen jeder Politur, ja Marianne Thurms Kunst bar aller Moden – wir haben sie nötig, wenn wir darauf beharren wollen, dass es einen Tidenstrom gibt, der im Widerspruch zu einer Kulturindustrie fließt, die rasant produziert, damit wir verkümmern und geistig ausdörren. [...] Marianne Thurms Arbeiten sind keine gelenkigen Fingerübungen. Sie bedienen nicht. Sie machen eher still und porös. Und sie fragen, hartnäckig."
Text von Ines Geipel